Färöer-Inseln, Reisen, Urlaubstagebuch

Urlaubstagebuch Färöer – Teil 3

Langzeitbelichtung vom Fossá-Wasserfall

Der schwarze Sandstrand von Tjørnuvík

Der zweite Tag begann leider wenig verheißungsvoll. Es regnete wie aus Eimern. Ein Tag im Hotel kam natürlich trotzdem nicht in Frage. Wir erinnerten uns an das alte nordische Sprichwort: „Wenn Dir das Wetter nicht gefällt, warte 15 Minuten.“
Wie so oft, sollte es auch diesmal recht behalten.

Vom Hotel aus waren es nur rund zwölf Kilometer bis zum Sornfelli, einem 40 km² großem Bergplateau auf welchem sich in in 725 m Höhe eine große Wetterstation befindet. Von dort aus soll man einen tollen Blick auf das Plateau und die gesamte Region haben. Schnell wurde aber klar, dass dieses Ziel zum damaligen Zeitpunkt unerreichbar war. Schon auf halben Weg Richtung Wetterstation wandelte sich der Regen in starken Schneefall, die Straßen wurden zunehmend vereister und irgendwann war letztlich einfach gar kein weiterkommen mehr möglich. Es half alles nichts, wir mussten umkehren – so viel Vernunft musste sein.

Stattdessen ging es weiter in den kleinen Ort Vestmanna wo im örtlichen Supermarkt ein paar Lebensmittel besorgt wurden. Anschließend zeigte sich wieder einmal, wie unfassbar wechselhaft das Wetter in dieser schönen Region doch sein kann. Als wir in den Supermarkt gingen, regnete es noch recht stark. Als wir aber wieder herauskamen, war bereits wieder strahlender Sonnenschein. Völlig verrückt. Aber sehr motivierend, denn es stand noch so einiges auf dem Plan für den Tag. Das Ziel war der äußerste Norden der Hauptinsel Streymoy, denn dort gibt es so einiges zu entdecken.

Den Anfang machte ein kleiner, namenloser Wasserfall am Wegesrand, welcher wortwörtlich aus dem Nebel hervorbrach. Trotz nun wieder leichten Regens musste hier also erst einmal ein kleiner Foto-Stop eingelegt werden.

Wasserfall im Nebel
Wasserfall im Nebel

Dann ging es weiter Richtung Norden, genauer gesagt Richtung Tjørnuvík, einem ganz besonderem kleinen Ort an der Nord-Ost-Küste von Streymoy. Nicht einmal 70 Einwohner sind dort zuhause und trotzdem wird er regelmäßig von ganzen Scharen an Touristen aufgesucht. Der Grund ist der wunderschöne schwarze Sandstrand in der Bucht von Tjørnuvík. Der Ort selbst ist bis auf die Bucht komplett von einer Bergkette umgeben, aus welcher diverse Wasserfälle herabkommen und im Ort einen Fluss bilden. Dieser wiederum fließt dann durch den Sandstrand ins Meer.

Aufgrund des Wetters hatten wir den Strand fast komplett für uns allein. Super. Aber auch hier zeigte sich das färörische Wetter wieder sehr launig. Wie aus heiterem Himmel setzte plötzlich ein unfassbar heftiger Hagelschauer ein. Man konnte sich nur schnellstmöglich ins Auto zurück flüchten und warten. Keine zehn Minuten später war der Spuk dann genauso plötzlich wieder vorbei, wie er angefangen hatte.

Sandstrand in Tjørnuvík
Sandstrand in Tjørnuvík

Ein Sandstrand ist eine zeitliche Seltenheit auf den Färöer, denn in den meisten Fällen sind die Strände auf den Inseln mit riesigen Steinen übersät, was ein Anlandung mit dem Schiff natürlich extrem schwierig macht. Diese Besonderheit bemerkten im 10. Jahrhundert offenbar auch die Wikinger, denn in Tjørnuvík wurde bei Ausgrabungen unter anderem das Grab einer Wikinger-Frau gefunden. Sieht man sich den schwarzen Sandstrand einmal genauer an und ruft sich die typischen Langboote der Wikinger ins Gedächtnis, dann wird schnell klar, warum der Ort damals ein sehr günstiger Anlegeplatz gewesen sein muss.

Beim Blick in die Bucht fallen einem natürlich sofort die beiden großen Steinsäulen im Meer auf. Selbstversändlich gibt es auch eine nette kleine Sage aus der Wikingerzeit dazu.
Die beiden Basaltsteinsäulen heißen „Risin og Kellingin“ (übersetzt „Der Riese und sein Weib“) und sind eines der bekanntesten Naturdenkmäler der Färöer.
Neben der Steilküste Eysturoys wirken die beiden Felsnadeln schon beinahe zierlich. Risin ist aber immerhin stolze 71 m und Kellingin 69 m groß. Die Klippe mit dem Berg Eiðiskollur ist allerdings ganze 352 m hoch.

Tjørnuvík
Tjørnuvík, im Hintergrund Risin & Kellingin

Der Sage nach stammen die beiden Riesen (bzw. Trolle) aus Island. Um ihr Reich zu vergrößern fassten sie den Entschluss, die Färöer-Inseln zu erbeuten. Sie wateten durch das Meer und versuchten, die Inseln mit einem großen Seil zu vertauen und anschließend nach Island zu ziehen. Aber dies war mit großen Schwierigkeiten verbunden, denn der Bergsockel war fest und die Inseln nicht leicht zu bewegen. Sie versuchten es die ganze Nacht, hatten aber für die Vorbereitungen zu viel Zeit benötigt.
Im selben Augenblick als sie sich auf den Rückweg begaben, der Riese voran und hinter ihm das Trollweib, stieg die Sonne aus dem Meer empor und versteinerte die Beiden an Ort und Stelle.
Dort stehen sie heute noch und blicken sehnsüchtig ihrer Heimat entgegen, ohne sie jemals wieder erreichen zu können.

Nach etlichen Fotos ging es nun aber weiter zu einem weiteren Highlight im Norden der Hauptinsel: Dem Fossá.

Fossa-Wasserfall
Der Fossá-Wasserfall

Der Fossá ist der größte Wasserfall der Färöer und ergießt sich in zwei Kaskaden aus 140 Metern von einer Klippe herab. Als eine der größten Attraktionen der Färöer ist der Wasserfall natürlich sehr stark besucht. Auf den kleinen Parkplatz davor passen mit viel Glück vielleicht vier Autos – Glück für uns, denn als wir dort ankamen, standen nur drei weitere Autos dort.

Der Wasserfall selbst ist jedenfalls wirklich schön. Bei besserem Wetter soll es wohl sogar möglich sein, bis zur ersten Stufe hinaufzuklettern, wo man einen wirklich tollen Blick haben soll. Aufgrund des Regens waren die mit Moos überwachsenen Steine jedoch viel zu rutschig, weswegen ich mir lieber einen schönen Platz am Fuß des Wasserfalls für meine Bilder gesucht habe.
Vom Fossá aus ging es schließlich weiter in Richtung Gjógv, einem kleinen Ort an der Nord-Ost-Küste der Insel Eysturoy.

Gjogv
Die als Hafen dienende Felsspalte von Gjógv

Gjógv, was übersetzt soviel wie Felsspalte heißt, verdankt seinem Namen einem kleinen, auf natürliche Weise entstandenen Hafen. Dieser befindet sich – Überraschung – in einer Felsspalte, unmittelbar neben dem Dorf und hat bereits zu Wikingerzeiten die anlegenden Boote vor der rauen See geschützt.

Von Gjógv aus ging es anschließend weiter zurück Richtung Funningur. Ungefähr auf halber Strecke gibt es einen mehr oder minder geheimen kleinen Pfad, welcher auf die Bergkette hinauf führt und dort ein schier atemberaubendes Panorama bietet. Diesen inoffiziellen Viewpoint wollte ich unbedingt besuchen. Bereits bei meinen ausgiebigen Recherchen in Vorfeld der Reise hatte ich Bilder des dänischen Landschaftsfotografen Mads Peter Iversen bestaunt, welcher diesen tollen Fotospot durch seine Bilder mehr oder weniger bekannt gemacht hat. In seinem Blog gibt er Details samt GPS-Koordinaten und Erklär-Video preis, wodurch auch wir den Pfad recht schnell gefunden hatten. Der Himmel war mit schönen Wolken verziert, es regnete nicht und die Sonne sollte bald untergehen. Die perfekten Vorraussetzungen für atemberaubende Landschaftsfotos – wäre da nicht der unfassbar starke Winde gewesen.

Sonnenuntergang Funningur
Sonnenuntergang beim Rückweg vom Funningur-Viewpoint

Wir wollten es aber trotzdem versuchen und machten uns an den rutschigen und sehr steilen Aufstieg. Der Wind wurde hierbei immer heftiger, teils war es unmöglich, noch einen Fuß vor den anderen zu setzen. Es war, als würde man gegen eine Wand laufen. Wir suchten uns Schutz hinter einigen Felsen und überlegten ein Weilchen. Selbst wenn wir es bis zum Bergrücken schaffen sollten… Wollten wir bei diesen Windstärken wirklich an einer Steilklippe stehen, von der es über 100 Meter tief hinab ging?! Ich muss gestehen, hier habe ich wirklich sehr mit mir gerungen. Ich wollte wirklich unbedingt diesen fantastischen Blick genießen und mit eigenen Augen sehen, was ich sonst nur auf den fantastischen Fotos von Mads bestaunen konnte. Das hatte ich mir vor der Reise felsenfest vorgenommen. Aber dafür einen Unfall riskieren? Letztlich haben wir beschlossen, den Rückzug anzutreten. Der Berg und vielmehr der Wind haben uns hier eindeutig in unsere Schranken gewiesen. Ein klein wenig entschädigt wurde ich dann aber zumindest beim Abstieg, denn auch das gegenüberliegende Bergmassiv ist recht schön und bot mit der durch die Wolken brechenden Abendsonne und der sich durch den Berg schlängelnden Straße ein schönes Motiv – wenn auch nicht ganz so spektakulär wie der leider nicht erreichte Funningur-Viewpoint ;P

Fjord
Einer der vielen Zwischenstopps auf dem Rückweg zum Hotel

Nach dem gescheiterten Versuch, den geheimen Aussichtspunkt zu erreichen, machten wir uns auf dem Heimweg. Hier wurde wieder einmal deutlich, wie unfassbar toll es ist, unabhängig und mit dem eigenen Auto unterwegs zu sein. Sieht man einen interessanten Punkt, eine tolle Landschaft oder sonst etwas interessantes, hält man einfach an oder macht einen kurzen Umweg. Niemand schreibt einen vor, wann man wo zu sein hat. Toll. So bot sich uns auf dem Rückweg mehrfach ein wahnsinnig toller Ausblick auf die wunderschöne Landschaft der Färöer.
Teils haben wir auf einem nur wenige hundert Meter Straßenabschnitt mehrfach angehalten, weil es so unfassbar viel zu bestaunen gab.

Auf dieser Strecke haben wir dann auch einen Schneehasen entdeckt, der Gräser mümelnd am Straßenrand saß. Wie es aber oftmals so ist – eh das Teleobjektiv aufgeschraubt und das Auto zum Stillstand gekommen war, hatte das flauschige Langohr seine Pause schon beendet und ist in davon gespurtet. Schade, aber so ist das bei Tierfotos nun mal. Trotzdem hatten wir einen schönen und ereignisreichen Tag hinter uns.

Im nächsten Beitrag nehme ich euch dann mit zum Sørvágsvatn, dem großen, über dem Meer schwebenden See. Seid gespannt 😉

Färöer-Inseln, Reisen, Urlaubstagebuch

Urlaubstagebuch Färöer – Teil 2

Der ikonische Wasserfall von Gásadalur

Weiter geht es mit meinem kleinen Färöer-Bericht. Nachdem ich also eine eher turbulente Anreise hinter mir hatte, dafür aber mit einem unfassbar tollem Sonnenaufgang entschädigt wurde, konnte das Abenteuer also nun so richtig losgehen.
Da es noch viel zu zeitig war um im Hotel einchecken zu können, ging es erst einmal in das circa 12 Kilometer von Tórshavn  entfernte kleine Dorf Kirkjubøur. „Klein“ ist hier durchaus keine Untertreibung, schließlich besteht Kirkjubøur nur aus einigen wenigen Häusern, einer Kapelle und einer Kloster-Ruine. Das war schon einmal ein kleiner Vorgeschmack auf die anderen Dörfer, die man verstreut auf den Färöer-Inseln findet. Viele davon sind nur von wenigen Menschen bewohnt und eher abgelegen. Wie abgelegen das teils sein kann, sollte dann später am Tag noch richtig deutlich werden…
Sehr bezeichnend für die Färöer sind übrigens die schwarz gestrichenen Häuser mit ihren mit Gras- und Moos bewachsenen Dächern. Quasi die Färöer-Version des typischen Schweden-Häuschens. Die bepflanzten Dächer dienen übrigens der Temperaturregulierung. Im Winter verhindern sie ein Auskühlen der Häuser, im Sommer verhindern sie zu viel Eindringen von Wärme. Ein komplett ökologische Klimaanlage quasi. Und das seit hunderten von Jahren.

Kirkjubor
Kirkjubor

Langsam wurde es Zeit, doch mal das Hotel aufzusuchen und das Gepäck zu verstauen. Aber zuerst stand noch ein kleiner Besuch im hübschen,  historischen Regierungsviertel von Tórshavn an, welches sich auf einer kleinen Landzunge mitten im Hafen befindet (siehe Foto im letzten Beitrag).
Anschließend noch schnell im nächsten Supermarkt etwas zu essen besorgt und dann endlich ab ins Hotel und erst mal frisch gemacht. Lange hab ich es dort natürlich nicht ausgehalten und so ging es nun los, das erste Highlight meiner To-Do-Liste ansteuern. Das Dorf Gásadalur und seinen ikonischen Wasserfall. Also rein ins Auto und ab auf die Insel Vágar, die sich westlich von der Hauptinsel Streymoy befindet. Die Inseln sind fast alle problemlos zu erreichen. Nach Vágar kommt man von der Hauptinsel beispielsweise ganz bequem per Unterseetunnel. Ungefähr eine Stunde braucht man mit dem Auto, um von der Hauptstadt in das abgeschiedene Dörfchen zu kommen.
Und hier möchte ich gern an die Anspielung von weiter oben anknüpfen, denn das Dorf mit gerade einmal 19 Einwohnern war bis vor kurzem noch der Inbegriff der Abgeschiedenheit.

Múlafossur-Wasserfall
Blick auf Gásadalur und den Múlafossur

Bis Anfang des 21. Jahrhunderts galt Gásadalur als einer der isoliertesten Orte Europas, da das Dorf nur zu Fuß oder per Hubschrauber erreichbar war. Erst 2003 wurde ein Tunnel gebaut, durch welchen der Ort auch ans Straßennetz angebunden werden konnte. Bis dahin führte der Weg in die Außenwelt nur über einen beschwerlichen Pfad über einen Bergpass in mehr als 400 m Höhe. Auch die Post kam bis dahin nur auf diesen Wege ins Dorf.
Es gibt einen alten Bootsanleger, der von den Einwohner aber aufgrund von ungünstigen Strömungen längst nicht mehr genutzt wird. Stattdessen war er bis vor einiger Zeit ein bevorzugter Fotospot, denn er ist die einzige Stelle, von der aus man einen Blick von Meereshöhe aus auf den bekannten Wasserfall Múlafossur hat. Der Wasserfall stürzt sich unmittelbar vor dem Dorf über eine Steilklippe mehr als 30 Meter tief ins Meer hinab. Kein Wunder, dass er eines der am meisten fotografierten Motive der Färöer ist.

Geplant hatte ich eigentlich, auch ein Foto vom ehemaligen Anlegesteg aus zu machen. Leider ist die im zweiten Weltkrieg von den Briten gebaute Treppe hinunter zum Meer mittlerweile aber teilweise eingestürzt und vom jetzigen Besitzer gesperrt worden. Es konnten also nur Bilder von der Klippe oberhalb aus gemacht werden. Das typische Färöer-Bild hatten wir damit aber trotzdem schon einmal im Kasten. Leider hatte sich der Sonnenuntergang an diesem Tag nicht so präsentiert, wie ich es mir gewünscht hätte. Trotzdem sind die Bilder ganz schön geworden, finde ich 🙂

Mykines
Sonnenuntergang über Mykines (von Gásadalur aus)

Gásadalur bedeutet übersetzt übrigens „Gänsetal“, was auf die vielen Wildgänse zurückzuführen ist, die hier früher einige Monate im Jahr verbrachten. Durch den immer weiter voranschreitenden Massentourismus lassen sich aber leider immer weniger dort blicken…

Für mich ging es nun jedenfalls erst einmal zurück ins Hotel und endlich in ein Bett auf festem Boden 😀
Auf dem Rückweg konnte man in einiger Entfernung auch schon ein weiteres Highlight und Must-See der Färöer bestaunen. Den natürlichen Triumphbogen Drangarnir – quasi das Instagram-Motiv schlechthin. Der Drangarnir stand natürlich auch auf meiner Liste an Dingen, die ich unbedingt einmal live (und natürlich von nahem) sehen wollte. Ob das geklappt hat, erfahrt ihr dann in einem der folgenden Beiträge.

Drangarnir
Der Drangarnir zwischen Vágar und Tindhólmur

Zum Abschluss noch ein kleiner Abstecher ins Reich der Sagen…

Auf dem Rückweg zur Hauptinsel Streymoy kommt man automatisch am großen See Sørvágsvatn (bzw. Leitisvatn) vorbei, dem größten See der Färöer-Inseln. Unmittelbar am Ufer steht dort eine abwechselnd bunt beleuchtete Statue eines sich majestätisch aufbäumenden Pferdes. Wer sich ein wenig in der nordischen Mythologie auskennt, der weiß, dass es sich hierbei keinesweges um ein harmloses Geschöpf handelt…

Die Statue verkörpert nämlich den Nykur (in Island Nennir und in Schottland Kelpie genannt). Dieses magische Wesen bewohnt (je nach Sage und Region) ein fließendes oder stehendes Gewässer und lockt arglose Wanderer mit seinem schönen Aussehen an. Berührt er die Nykur jedoch oder steigt gar auf den Rücken des Wasserpferdes, zieht dieses ihn in die Tiefe und verspeist ihn dort.
Je nach Überlieferung gibt es zwei Möglichkeiten mit dem Wassergeist fertig zu werden. Entweder man schafft es, ihm ein Zaumzeug anzulegen – in diesem Fall muss die Kreatur einem zu Diensten sein. Oder aber man nennt seinen Namen, wodurch es seine magischen Fähigkeiten verliert.

Kelpie
Kelpie im Sørvágsvatn

Der färörischen Sage nach spielte am Ufer des Sørvágsvatn eine Gruppe von Kindern aus dem nahen Dorf Sørvág. Der Nykur erschien in Gestalt eines wunderschönen Pferdes und trabte eine Zeit lang am Ufer entlang. Die Kinder erblickten es und wollten das schöne Tier unbedingt streicheln und mit ihm spielen. Sie kletterten auf den Rücken des Geschöpfes woraufhin dieses sofort zurück in Richtung des Sees galoppierte um die Kinder dort zu fressen. Das Jüngste der Kinder aber, welches es nicht geschafft hatte, auf den Pferderücken zu gelangen, rief verzweifelt nach seinem Bruder Niklas. Da das Kind aber noch nicht richtig sprechen konnte, brachte es lediglich hervor: „Nika, Bruder!“
Der Wassergeist jedoch dachte, er hätte seinen Namen gehört und verlor seine Kräfte wodurch die Kinder entkommen konnten.

Eine schöne Gute-Nacht-Geschichte, oder? 😀
Im nächsten Eintrag lest ihr dann unter anderem von diebischen Trollen aus Island und dem wunderschönen schwarzen Sandstrand Tjørnuvík. Bleibt gespannt.

Färöer-Inseln, Reisen, Urlaubstagebuch

Urlaubstagebuch Färöer – Teil 1

Im März diesen Jahres stand ein weiteres Reise-Highlight für mich auf dem Plan: Die Färöer.
Eine kleine Inselgruppe mitten im stürmischen Nordatlantik. Harsch, rau, wild… und wunderschön. Wie schon zu meinem Island-Trip möchte ich in den nachfolgenden Blogeinträgen eine Art Urlaubstagebuch führen. Auf diese Weise könnt ihr nicht nur einen groben Einblick in dieses tolle Land gewinnen, sondern bekommt auch ein wenig „meine“ Art des Reisens und Urlaubmachens mit. Pedantisch wie ich bei so etwas nun einmal bin, hab ich auch hier natürlich wieder wochenlang im Vorfeld recherchiert; Highlights herausgesucht und Routen festgelegt 😀

Tag 1 & 2 – 48 Stunden Anreise…

Wie kommt man eigentlich auf diese kleinen Inseln, die da irgendwo im Nirgendwo zwischen Norwegen und Island liegen?
Nun, allzu viele Möglichkeiten gibt es nicht. Tatsächlich gibt es von Deutschland aus keinerlei Direktflüge nach Tórshavn, die Hauptstadt der Färöer-Inseln. Man könnte theoretisch von Dänemark, Norwegen oder Island aus fliegen. Auch von Frankreich, Belgien und natürlich Großbritannien aus gibt es wohl Flüge.
Allesamt aber sehr teuer und zudem natürlich auch alles andere als direkt vor unserer Haustür… Es war seinerzeit schnell klar, dass es auf die einzige Alternative hinauslaufen würde: Die Autofähre von Dänemark aus.
Tatsächlich gibt es hier auch nur einen einzigen Anbieter. Die Fährgesellschaft Smyrilline fährt von Dänemark aus regelmäßig über die Färöer nach Island und wieder zurück. „Smyril“ ist übrigens der färöische Name für den Merlin, den einzigen auf den Inseln heimischen Greifvogel und gleichzeitig die kleinste Falkenart Europas.
Wie fast alle Fähren im skandinavischen Raum weist auch die Smyrilline einige Annehmlichkeiten auf. Restaurants, ein Kino, Outdoor-Whirlpools und vieles mehr. Klingt nicht übel, oder? Zunächst musste aber erst einmal der Fähranleger in Dänemark erreicht werden. Ganze 12 Stunden im Auto galt es also erst einmal zu überstehen, bevor die eigentliche Reise überhaupt starten konnte…
Irgendwann war aber auch das überstanden und die Norröna stach pünktlich in See.

Fähre Smyrilline
Die Fähre Norröna

Der alte Mann und das Meer…

Wenn ich für etwas überhaupt nicht gemacht bin, dann ist das definitiv das Meer. Allein die Vorstellung davon, dass da unter einem hunderte, wenn nicht tausende Meter nichts ist außer Wasser… Da läuft es mir eiskalt den Rücken herunter. Die absolute Horrorvorstellung für mich ist ja, mitten im Meer über Bord zu gehen. Wahrscheinlich würde ich eher vor Panik sterben als zu ertrinken. Nicht falsch verstehen: Ich liebe es, dass Meer zu sehen. Aus sicherer Entfernung, vom Land aus 😛
Die großen Fähren sind aber natürlich sehr sicher und liegen für gewöhnlich auch sehr ruhig im Wasser, weswegen man darin eigentlich kaum merkt, dass man mitten auf dem Meer ist. Wie wir wissen, bestätigen Ausnahmen jedoch die Regel. Wie auch schon bei der Hinreise nach Island wollte mir auch diesmal das Wetter die Anreise wieder nach allen Regeln der Kunst vermiesen. Und so fuhr unser Schiff direkt in den schlimmsten Seesturm den ich bislang erleben musste. Über 8 Meter hohe Wellen, Windstärken jenseits von Gut und Böse, ununterbrochener Regen. Man kann das mit einer Achterbahnfahrt vergleichen, bei der man schon nach der zweiten Kurve merkt wie einem übel wird und man genau weiß, man hat noch viel vor sich – in meinem Fall ganze 36 Stunden! Ich habe die Anreise also lediglich in meiner Kabine gelegen und gehofft, dass dieser Albtraum bald vorbei ist 😀

Nach anderthalb Tagen auf stürmischer See legte die Fähre dann endlich in Tórshavn an. Früh um fünf, kurz vor einem unfassbar schönen Sonnenaufgang, der beinahe die Strapazen der letzten zwei Tage vergessen ließ.
Das große rote Haus auf der kleinen Landzunge ist übrigens das Parlament und Regierungsgebäude der gesamten Färöer.

Thorshavn
Ankunft in Tórshavn

48 Stunden Anreise. Zu einer Inselgruppe, die so gesehen nur einen Steinwurf von er schottischen Küste entfernt ist. In dieser Zeit reisen andere Leute wortwörtlich ans andere Ende der Welt. Aber hey, irgendwo gehört so etwas ja zu einem Abenteuer auch dazu. Und wenn ich daran denke, was ich an den darauf folgenden Tagen erleben durfte, war es das auch definitiv wert.

Die Anreise mit der Autofähre hat natürlich auch viele Vorteile. So hat man hier natürlich im Regelfall das eigene Auto dabei und muss sich keinen völlig überteuerten Mietwagen beschaffen. Zudem kann man sich das Auto mit Lebensmitteln voll laden und muss somit auch nicht in teure Restaurants oder Lebensmittelmärkte gehen. Man ist noch flexibler und ungebundener und das ist ein enormer Pluspunkt. Als wir also in der noch etwas verschlafenen Hauptstadt anlegten, konnte direkt das Hotel angesteuert werden. Da es aber noch viel zu früh zum Einchecken war, konnten wir erst einmal die Gegend erkunden. Ein paar Minuten vom Hotel entfernt gab es auch schon den ersten Fotospot. Und dann kam der Sonnenaufgang. Es sah so unfassbar toll aus, wie sich dieser rote Feuerball langsam aus dem Meer und hinter den kleinen, teils noch schneebedeckten Hügel erhob. Das war mal ein schöner Willkommensgruß.

Der Start ins Färöer-Abenteuer war also durchaus schon einmal gut. Wie es weiterging, lest ihr dann im nächsten Beitrag.

Sonnenaufgang
Sonnenaufgang am Ankunftstag

 

Deutschland, Sachsen, Wandern

Wanderung auf dem Malerweg – Teil 2

Zu Fuß von Hohenstein nach Ostrau

Nach einer recht ungemütlichen Nacht ging es nach einem kleinen Frühstück auch direkt weiter.
Nachdem wir das Zelt abgebaut und unser Marschgepäck soweit fertig gemacht hatten, verließen wir den Campingplatz in Richtung Bärengarten.
Auf dem Weg machten sich hier schon die ersten Folgen des zurückliegenden Gewaltmarsches bemerkbar. Während der Rest größtenteils unbeschadet blieb, beklagte Felix hier bereits die ersten Blasen an den Füßen, was wohl seinem leider nicht idealen Schuhwerk zuzuschreiben war.
Aber es nützte alles nichts, wir mussten weiter. Also Zähne zusammengebissen und weiter den Malerweg entlang Richtung Brandaussicht. Dort konnten wir einen fantastischen Blick über das Polenztal genießen.
Weiter den Malerweg entlang erreichten wir anschließend den Ort Kohlmühle, wo wir die erste Rast des Tages einlegten und ein kleines Restaurant besuchten. Kohlmühle selbst ist ziemlich hübsch. Viele der Häuser sind bereits über 200 Jahre alt und somit verströmt der Ort ein herrlich idyllisches Flair.
Entlang der Sebnitz führte der Weg anschließend über ausladende Felder und brachte uns teils sehr nah an die hiesigen Bewohner heran…

Kuh auf Feld
Begegnung mit den Einheimischen

Am Ende des Tals ging es dann wieder steil bergan. Gute 150 Höhenmeter galt es bis Altendorf zu erreichen. Altendorf selbst ist das eigentliche Ziel von Etappe 3 des Malerweges. Für uns ging es aber noch ein Stückchen weiter.  Durch ein wirklich schönes, relativ lichtes Waldstück ging der Weg nun wieder leicht bergab. An einem größerem Felsvorsprung machten wir noch einmal eine letzte Rast bevor wir schließlich durch eine sehr steile und recht  enge Klamm gute 150 Höhenmeter in Richtung Kirnitzschtal und Ostrau hinabstiegen. Nach einem letzten Stück auf einem parallel zur Straße verlaufenden Waldweg erreichten wir schließlich unser Tagesziel: Den schönen, aber leider völlig überrannten Zeltplatz an der Ostrauer Mühle.

Nachdem wir tatsächlich noch ein freies Fleckchen für unser Zelt gefunden hatten, konnten wir den Tag entspannt ausklingen lassen. Im zum Zeltplatz gehörenden Restaurant gab es ein leckeres Abendessen und – noch viel wichtiger – gutes Bier. Anschließend kamen wir noch mit einem ganz in der Nähe von uns campenden Pärchen ins Gespräch. Janik (Yannick?) und seine Freundin waren ebenfalls auf dem Malerweg unterwegs. Tatsächlich hatten wir die beiden bereits am Abend zuvor, auf unserem Campingplatz in Hohenstein getroffen. Die Zwei waren uns also immer ein paar Stunden voraus. Sie erzählten uns, dass sie – anders als wir – den kompletten Malerweg bezwingen wollten und darüber hinaus auch boofen (übernachten unter freiem Himmel) wollten.

Wanderung zur Hohen Liebe
Auf dem Weg nach Ostrau

Bonus: Runderwanderung zur Hohen Liebe

Nach einer überraschend erholsamen Nacht wollten wir uns eigentlich an unserem letzten Tag noch die vierte Etappe vornehmen. Leider kam es anders, denn Felix‘ Probleme mit seinen Schuhen oder vielmehr den Blasen an seinen Füßen war nun noch viel schlimmer geworden. Es war so schlimm, dass er tatsächlich kaum noch richtig laufen konnte. Wir überlegten schon, ob wir nicht direkt abbrechen und den Heimweg antreten sollten, fanden dann aber noch eine kleine Rundwanderung in unmittelbarer Nähe, die nicht allzu lang und auch nicht allzu schwierig war. Nachdem die geschundenen Füße mit allem verbunden wurden, was unser Sanikasten so hergab, verließen wir Ostrau in Richtung des Rundwanderweges zur Hohen Liebe. Trotz der Strapazen der letzten Tage haben wir die auf knapp 400 Metern liegende Spitze und den Aussichtspunkt erreicht. Dort bot sich uns ein wirklich toller Ausblick. Auch das sich auf dem Gipfel befindende Denkmal zu Ehren verunglückter Bergsteiger war sehr schön. Bei unserem Abstieg fing es nun auch langsam an zu regnen. Wie sich später herausstellen sollte, war dies bereits der Vorbote eines heftigen Gewitters. Für uns allerdings hieß es nun voerest Abschied vom Malerweg zu nehmen. Mit Kirnitzschtalbahn und später Zug fuhren wir gen Heimat.

Das Fazit nach drei tollen Tagen: Der Malerweg ist wirklich eine unfassbar schöne Mehrtagestour, die optisch so einiges zu bieten hat. Die Etappen sind durchaus fair, so das auch Einsteiger keine großen Probleme haben sollten. Raststätten und Einkehrmöglichkeiten gibt es reichlich, die Wege sind meist gut ausgeschildert und bieten trotzdem einen schönen Mix aus entspanntem Wandern und Abenteuerfeeling.

Wir überlegen nun, ob wir nächsten Jahr vielleicht von unserem eigentlichem Ziel (dem Schwarzwald) abrücken, und stattdessen die noch fehlenden Etappen des herrlichichen Wanderweges rund durch die fantastische Sächsische Schweiz in Angriff nehmen.

Aussichtspunkt Hohe Liebe
Ich, auf dem Aussichtspunkt der Hohen Liebe

 

Deutschland, Sachsen, Wandern

Wanderung auf dem Malerweg – Teil 1

Zu Fuß von Pirna nach Hohenstein

Mindestens einmal im Jahr mache ich mit drei guten Freunden einen Wanderausflug irgendwo in Deutschland. Für gewöhnlich fällt dieser Trip auf das lange Pfingstwochenende, da hier das Wetter meist recht angenehm ist und niemand von uns Urlaub nehmen muss. Sehr gute Grundvoraussetzungen also.
Nachdem wir in den vergangenen Jahren bspw. den Harz und die fränkische Schweiz unsicher gemacht hatten, stand diesmal ein etwas näher gelegenes, dafür aber nicht minder schönes Ziel auf dem Plan: die sächsische Schweiz, unser landschaftliches Juwel mehr oder minder direkt vor unserer Haustür.

Allerdings sollte es diesmal nicht auf einzelne Tagesauflüge hinauslaufen. Wir hatten uns vorgenommen, mal wieder eine richtige Mehrtagestour zu absolvieren. Und was hätte sich hierfür besser angeboten, als der Malerweg, einer, wenn nicht sogar DER schönste Wanderweg Deutschlands.
Er verläuft von Pirna über Rathen und Hohenstein bis nach Schmilka an der Grenze zu Tschechien und führt anschließend wieder zurück nach Pirna.
Der Weg ist insgesamt knapp 112 km lang und in 8 teils recht anspruchsvolle Etappen gegliedert. Es war also bereits im Vorfeld klar, dass wir innerhalb der kurzen uns zur Verfügung stehenden Zeit niemals den kompletten Weg geschafft hätten. Stattdessen haben wir uns grob überlegt, was eventuell schaffbar wäre und wollten dann spontan entscheiden, wann und wo wir am letzten Tag die Wanderung abbrechen würden.

Blick auf Rathen
Blick auf Rathen und die Elbe

Etappe 1 – Von Liebethal nach Wehlen

Los ging es an einem Freitag Nachmittag, wo ich mit Felix und André vom Hauptbahnhof Chemnitz über Dresden nach Pirna fuhr. Angekommen in unserer Unterkunft für die erste Nacht, dem Jugendgästehaus Liebethal, trafen wir dann auch auf Eric, womit unsere Wandergruppe vollzählig war.
Nach einer recht kurzen Nacht ging es am nächsten Morgen direkt nach dem Frühstück auch schon los. Unweit der Unterkunft beginnt der Malerweg im Liebethaler Grund, welcher allerdings aufgrund von Steinschlaggefahr vollständig gesperrt war. Auch das sich dort befindende Richard-Wagner-Denkmal war somit nicht zugänglich.
Stattdessen mussten wir einen kleinen Umweg über Mühlsdorf in Kauf nehmen. Die Strecke dahin kannten wir bereits, da wir dort am Vorabend ein Dorffest besuchten und dort das ein oder andere Bier tranken.
Von Mühlsdorf aus ging es durch Wälder und Felder weiter Richtung Uttewalder Grund. In der Schlucht haben sich herabgestürzte Felsblöcke an einer besonders engen Stelle verkeilt und so das berühmte Felsentor gebildet. Angeblich hatte Caspar David Friedrich hier einst mehrere Tage lang einsam und allein verbracht, um die düster-romantische Stimmung aufzunehmen.
Im Uttewalder Grund haben wir dann eine kurze Rast im über 200 Jahre alten Gasthof „Waldidylle“ eingelegt. Nach der Pause ging es weiter in Richtung Wehlen. Hier kommt man zuvor noch am Teufelsgrund vorbei, einen Abstecher in Heringshöhle und Teufelskammer haben wir aber diesmal nicht gemacht.

Im Ort angekommen, haben wir zunächst einmal die Überreste der alten Burg angeschaut und den fantastischen Blick auf das malerische Wehlen genossen.
Hier endet Etappe 1 des Malerweges. Viele Wanderer übernachten hier in Wehlen bevor Sie am nächsten Tag die zweite Etappe in Angriff nehmen. Wir hatten allerdings schon im Vorfeld beschlossen, am ersten Tag auch noch die zweite Etappe zu bewältigen und somit ging es direkt weiter.

Wehlen
Blick auf Wehlen

Etappe 2 – Von Wehlen nach Hohenstein

Nach einem kurzen Wegstück entlang der Elbe ging es zurück in den Wald und kurz darauf an den teils recht steilen Anstieg zur Bastei. Hier trafen wir „Bootsmann“, einen Golden Retriever, welcher einem ebenfalls wandernden Pärchen gehörte und sich hin und wieder zu unserer Gruppe gesellte.
Obwohl wir letztlich vielleicht nur circa 30 Minuten mit ihm verbrachten, wurde er doch irgendwie zum Maskottchen unserer gesamten Wanderung 😀
Nach dem steilen Anstieg und dem Abschied von unserem vierbeinigen Freund haben wir uns erst einmal ein kühles Bier in der Waldgaststätte „Zum Steinernen Tisch“ gegönnt. Bis hier hin hielten sich trotz des fantastischen Wetters die Menschmassen noch in Grenzen – wohl weil unsere Route doch ein wenig anspruchsvoller war als die anderen, teils sehr leichten Wege hinauf zur Bastei. Kurz gesagt: Der Andrang war enorm…

Die Basteibrücke
Die Basteibrücke

Zur Bastei selbst mache ich vielleicht nochmal einen gesonderten Beitrag, schließlich verbinde ich mit dem Aushängeschild der Sächsischen Schweiz eine innige Hassliebe 😀
Nichts desto trotz ist es natürlich immer wieder schön da oben und jedes Mal eine Reise wert. Nach den obligatorischen Fotos ging es vorbei an der Felsenburg Neurathen hinab ins Tal. Am Amselsee vorbei, Richtung Amselfall. Auf einen Abstecher zu den Schwedenlöchern haben wir verzichtet, generell kann ich einen Besuch dort aber nur empfehlen.
Die Amselfallbaude war leider aufgrund von Renovierungsarbeiten komplett geschlossen. Also weiter Richtung Rathewalde. Im Gasthof „Rathenwalder Mühle“ gab es noch eine kleine Stärkung (inkl. eines Whiskeys, den uns der Wirt freundlicherweise spendierte) und von dort aus zum Hockstein, von wo man eine tolle Aussicht auf das Polenztal genießen kann. Anschließend kamen wir einem meiner persönlichen Highlights des Trips vorbei: der Wolfsschlucht. Die schmale Felsspalte ist eine der wenigen Möglichkeiten vom Hockstein hinab ins Tal zu kommen. Über eine lange und recht steile Metallgittertreppe erfolgt der Abstieg die Schlucht hinab und vermittelt nochmals ein wenig Abenteuer-Feeling. Leuten mit Höhen- oder Platzangst würde ich aber eventuell einen anderen Weg empfehlen…

Wolfsschlucht
Die Wolfsschlucht

Für uns ging es weiter Richtung Hohenstein. Auf dem Weg dahin haben wir uns allerdings ein wenig verlaufen und mussten einen gut 40 minütigen Umweg in Kauf nehmen. Da wir alle schon etwas erschöpft waren und das Marschgepäck auch immer schwerer auf den Schultern lastete, führte dies nicht unbedingt zu Jubelstürmen. Aber letztendlich half alles nichts. Die letzten Kilometer zogen sich dann – das muss ich ganz ehrlich sagen – zäh wie Kaugummi. Zumal die Strecke durch Hohenstein bis zum Campingplatz auch nicht allzu reizvoll war.
Irgendwann kamen wir aber dann doch an und konnten gegen 20:30 Uhr endlich unser Zelt aufbauen.
Unsere Hoffnung darauf, in einer umliegenden Gaststätte bei einem deftigen Abendessen den Abend ausklingen zu lassen, wurde dann allerdings leider schnell zerstört. In der gesamten Region schien bereits Küchenschluss zu sein. Enttäuschend. Zudem waren scheinbar sämtliche Taxifahrer der Region mit einer großen Hochzeitsgesellschaft ausgebucht…
Aber unverhofft kommt oft und so fanden wir online dann tatsächlich noch einen Pizza-Lieferdienst, der uns schließlich (nach einer gefühlten Ewigkeit) 4 Pizzen auf den Zeltplatz lieferte. Für günstige 65,00 € …
Trotzdem Shoutout an die Pizzeria aus Pirna, die uns vor dem sicheren Hungertod bewahrt hat 😀

Da der Beitrag schon wieder recht lang ausgefallen ist, beende ich ihn an dieser Stelle. Wie es mit unserer Tour weiterging, erfahrt ihr im zweiten Teil.